Apfel-Alarm – Wohin mit den ganzen Äpfeln?

Ein wunderbarer, für Dich vielleicht zu warmer und trockener Sommer neigt sich dem Ende. Aber egal, wie Du den Sommer empfunden hast: Unsere Apfelbäume fanden ihn super!

Fleißige Bienen, Schmetterlinge und Hummeln konnten im Frühling ihrer Arbeit nachgehen und so den Startschuss in ein üppiges Erntejahr „brummen“. Was habe auch ich mich gefreut auf ein tolles Apfeljahr 2018. Im letzten Jahr hatten unsere alten Bäume dank des nass-kalten Frühlings und Sommers keine Chance, ihre prächtigen Früchte zu präsentieren. Die drei Bäume hatten nicht mal genug, um meine Familie mehrmals mit Apfelkuchen oder Apfelmus erfreuen zu können.

Aber Herbst 2018 nun das:
APFELALARM!!!!!!!

Viele Äpfel

Was tun mit den Äpfeln?

Wohin ich auch schaue, wen ich auch frage: APFEL SATT! Da stellt sich nun die Frage: Wohin damit? Was kannst Du machen mit Boskop, Cox Orange und Co.? Vielleicht machen Dir die folgenden kleinen Tipps ja Lust, auch kreativ mit Deiner Ernte zu werden.

Den Startschuss gab bei mir der Klassiker:
Den saftigsten roten Apfel sammeln zum Sofort-Vernaschen. Was sind sie doch lecker, so frisch und knackig. Als ganzes oder geschnibbelt, mit und ohne Schale, zum Nachtisch oder als Snack für Groß und Klein. Das schafft in meiner Familie nur nichts weg. Was also machen mit den gefühlt 300kg, die noch am Baum und auf der Wiese in der Warteschlange standen und noch stehen?

Da folgte doch gleich der zweite klassische Streich: Der Apfelkuchen. Der Plan am Sonntag: Ein schönes Blech Hefekuchen mit Apfelbelag. Das Fallobst unseres Boskop-Baumes lag verlockend auf der Wiese. Das alte Rezept von Oma in der Hand, Zutaten raus… keine Hefe im Haus. Da werden wir doch kreativ und schaffen ein schnelles Rezept für einen saftigen Apfelkuchen mit Streuseln. So einfach zuzubereiten, dass Du auch Deine Kinder helfen lassen kannst. Da kann wirklich nichts schiefgehen. Wenn Du einen schnellen Apfelkuchen brauchst, dann kannst Du folgendes Rezept doch mal probieren:

Saftiger Apfelkuchen mit Streuseln

Zutaten:

Für die Teigmasse:

  • 125 g Margarine oder weiche Butter
  • 125 g Zucker
  • 1 Tütchen Vanillezucker
  • 3 Eier
  • 1/2 Pck. Backpulver
  • 250 g Mehl
  • 1,5 kg geschälte entkernte säuerliche Äpfel (z.B. Boskop o. Cox Orange)
  • nach Belieben: 50 g gehackte Nüsse
  • evtl. etwas Milch

Für die Streusel:

  • 100 g Mehl
  • 1 TL Zimt
  • 80 g Zucker
  • 90 g Butter oder Margarine

Zubereitung:

Aus der Margarine/Butter, Zucker, Eiern, Backpulver und dem Mehl einen Teig rühren.
Sollte der Teig zu fest erscheinen, etwas Milch hinzufügen.
Die Äpfel in würfelige Stücke schneiden und unter den Teig heben.
Die Masse in eine gefettete Springform geben und etwas glätten.
Die Zutaten für die Streusel in einer Schüssel mit einer Gabel (oder mit den Händen) zu groben Streuseln verkneten. Diese dann auf dem Kuchen verteilen.
Im vorgeheizten Backofen auf unterer Schiene bei 200°C Ober-/Unterhitze 50 bis 60 Minuten backen (kommt auch ein bisschen auf die Festigkeit des Apfels an).
Der Kuchen hat uns auch warm sehr gut geschmeckt. Wenn Du magst, mit Vanillesoße oder Sahne.
Guten Appetit (übrigens auch noch am nächsten Tag)!

Da waren aber immer noch so viele Äpfel. Jeden Tag Kuchen, das hält die beste Figur wohl nicht aus. Was tun? Ich gebe zu, ich bin eigentlich kein Fan von heller Marmelade, aber Versuch macht(e) klug:

Winterliche Apfelmarmelade

Einzelner Apfel

Zutaten:

  • 1 Pkt. Gelierzucker
  • säuerliche Äpfel (Menge nach Vorgabe des Gelierzuckers)
  • 1 unbehandelte Limette oder Zitrone
  • 2 cm unbehandelte Ingwerwurzel
  • 1 Stange Zimt
  • 3 Gewürznelken
  • 100 ml. Apfelsaft (wer mag, kann auch für eine Erwachsenenversion Calvados nehmen)

Zubereitung:

Die geschälten und kleingeschnittenen Äpfel mit den Gewürzen, dem Saft der Limette oder Zitrone, dem Apfelsaft (oder Calvados) und dem Gelierzucker in einem großen Topf kochen.
Nach vorgegebener Kochzeit Zimtstange, Nelken und Ingwer herausnehmen, eventuell gröbere Apfelstücke noch etwas zerstampfen.
In Marmeladengläser abfüllen und auf dem Deckel stehend erkalten lassen.
Ein Glas davon, hübsch dekoriert, kann doch auch ein schönes Mitbringsel zum Adventskaffee werden.

Und als ich so im Keller nach meinen Marmeladengläsern schaute, stolperte mein Blick im Regal über mein großes 1,5-Liter Schraubglas. Ich erinnerte mich daran in dem Jahr der großen Himbeer-Schwemme in die Likörproduktion gegangen zu sein. Eine Frau, eine Idee:

Apfellikör

Zutaten:

  • 1 Flasche Vodka (oder Korn)
  • 700g geschälte,entkernte Äpfel
  • 2 Zimtstangen
  • 600 g Brauner Zucker
  • 2 Pck. Vanillezucker
  • 3 cm Ingwerwurzel

Zubereitung:

Äpfel und Ingwer in Stücke schneiden und zusammen mit Zimt und Zucker in ein großes verschließbares Gefäß geben. Mit Vodka oder Korn aufgießen und gut vermengen. Jetzt nur noch mindestens 6 Wochen ziehen lassen, gelegentlich umrühren, anschließend durch ein feines Sieb abgießen und in Flaschen oder Schraubgläser abfüllen.
Na dann – Prost! (Ach ja, die „schnapsigen“ Apfelstückchen eignen sich prima als Topping für Eis oder kleine Raffinesse im Apfelkompott)

Nicht zu vergessen: Wir haben natürlich auch noch viele Säcke mit Äpfeln gefüllt und sie zu einer Mosterei gefahren. So füllen wir den Getränkevorrat für das nächste Jahr.
Vielleicht gibt es auch in Deiner Nähe einen Hof, der aus Deinen Äpfeln guten Apfelsaft herstellen kann.
Dankbare Abnehmer sind bei uns auch Kindergärten, kleine Schulküchen oder andere soziale Einrichtungen, die Obst zu einem gesunden Snack verarbeiten oder mit Kindern kochen.

Und die (Wild-)Tiere? Auch der Igel, die Amsel, die Maus und andere tierische Mitbewohner in unserem Garten freuen sich über einen schmackhaften Apfel.
Möglicherweise hast Du ein Eckchen in Deinem Garten, wo der eine oder andere Apfel einen tierischen Abnehmer in der dunklen Jahreszeit findet.
Ich lasse auch gerne ein paar Äpfel am Baum hängen und jeden Winter kommt ein Schwarm wunderschöner Wacholderdrosseln vorbei, um sich an den kalten Tagen zu stärken.

Gerade hat das Telefon geklingelt. Meine Mutter, ob wir ihre Äpfel haben wollen…..

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