Knoblauch im Topf anpflanzen

Du würdest gerne Deinen eigenen Knoblauch pflanzen, hast aber keinen geeigneten Garten dafür?

Warum nicht einfach Zuhause auf der Fensterbank! Denn Knoblauch lässt sich auch wunderbar im Topf heranziehen. In diesem Artikel erkläre ich Dir genau, worauf Du dabei achten solltest.

 

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Was ist Knoblauch?

Knoblauch gehört zu den so genannten Geophyten. Das sind Pflanzen, welche den Winter über in Zwiebeln, Knollen oder Rhizomen verbringen. So kann der Frost den oberirdischen Teil zerstören, ohne dass die ganze Pflanze dabei Schaden nimmt. Im Frühjahr wird dann wieder in aller Frische ausgetrieben.

Die Pflanze kann um die 90 cm groß werden und fängt zwischen Juli und August an zu blühen. Nach den weiß- bis rosafarbigen Blüten, bilden sich kleine Brutzwiebeln, die sogenannten Bulbillen.

Knoblauch

Besonderheiten von Knoblauch

Das weltbekannte Lauchgewächs wurde schon von den alten Ägyptern als Stärkungsmittel verzehrt. Er soll sogar bei der Behandlung gegen diverse Darmparasiten hilfreich gewesen sein. Heute noch ist er für seine gesunden Wirkstoffe bekannt. 1989 wurde Knoblauch in Deutschland sogar zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.

Knoblauch ist bekannt für seine antibakterielle und antibiotische Wirkung. Das macht Ihn sogar für seine Nachbarn im Pflanzbeet interessant. So hält er sogar einige Schädlinge aus der Kultur fern. Seine gesunden Inhaltsstoffe sollen unter anderem den Cholesterin-Wert senken und vorbeugend gegen Thrombosen (Gefäß-Verstopfungen) sein. Außerdem hat er für Gemüse einen hohen Selengehalt. Selen ist ein Spurenelement, welches unsere Zellen schützt, und für viele weitere Vorgänge im menschlichen Körper benötigt wird.

Knoblauch-Zwiebel stecken oder säen?

Im Prinzip ist das fast egal! Am einfachsten ist in der Regel jedoch die Vermehrung aus den Knoblauch-Zehen, daher das Stecken. Denn die Zehen sind meist ganzjährig verfügbar. Die Samen sind nur im Herbst verfügbar, da sie nach Reifung der Pflanze nicht sehr lange haltbar sind.

Der große Unterschied zwischen beiden Pflanzmethoden liegt jedoch in der Pflanztiefe und in der Reifezeit. Die Samen (Brutzwiebeln) bedeckst Du nur ca. 2 cm mit Erde. Die Zehen hingegen steckst Du ca. 5-6 cm tief in das Substrat.

Im Freiland solltest Du bei der Herbstpflanzung alle Pflanztiefen verdoppeln, da so ein besserer Frostschutz besteht. In sehr kalten Regionen kannst Du vorsorglich sogar eine isolierende Schicht Rindenmulch oder Ähnliches aufbringen.

Die Samen benötigen bis zur erntereifen Pflanze etwa ein Jahr länger als die Knoblauch-Zehen. Wenn Du also Deinen ersten eigenen Knoblauch schneller ernten möchtest, rate ich Dir, Zehen zu verwenden.

Der Pflanzabstand sollte sowohl bei Samen als auch Zehen um die 15-20 cm betragen. Pflanzt Du den Knoblauch zu eng aneinander, ergeben sich unnötigerweise folgende Risikofaktoren:

  • Krankheitsanfälligkeit (oft verursacht durch Pilz, da das Wasser auf den Blättern nicht mehr so gut abtrocknen kann. Die meisten Pilze lieben Feuchtigkeit und können dadurch erst wachsen)
  • Lichtkonkurrenz
  • Nährstoffkonkurrenz
  • Anfälligkeit gegen Schädlinge

Der richtige Pflanztermin

Wenn der Knoblauch im Topf auf der warmen Fensterbank steht, ist der Pflanztermin zu vernachlässigen. Denn dann herrschen ganzjährig warme Temperaturen uns sorgen für schnelles Wachstum. Lediglich die Lichtmenge ist im Winter reduziert. Für beste Ergebnisse empfehle ich Dir dann eine Wachstumslampe.

Wenn Du doch einmal im Freiland Dein Glück mit dem Knoblauch probieren solltest, gibt es zwei Pflanztermine:
Im Herbst, also zwischen September und Oktober. Hierbei kann im nächsten Jahr relativ zügig geerntet werden.
Oder Du startest im Frühjahr, so zwischen März und Mai. Dann fällt die Ernte in den späten Herbst.

Vorgehensweise

Für die Anzucht im Topf brauchst Du folgende Utensilien:

  • Einen Topf mit Loch im Boden
  • Einen Untersetzer oder Übertopf
  • Blumenerde
  • Sand, feiner Kies oder ähnlich dränierendes Material
  • Evtl. ein Stück Filtervlies
  • Und vor allem: Geduld!

Das Loch im Topf ist ganz wichtig! Wird einmal zu viel gegossen, würde das Wasser auf dem Topfboden stehen bleiben. Stehendes Wasser führt in aller Regel zu Fäulnis. Dein Knoblauch könnte dann eingehen.

Das erste Fünftel (also je nach Topfgröße so um die 5 cm) füllst Du mit dem gut dränierenden Material. Dränieren heißt, dass Du die Flüssigkeit ableitest. So wird effektiv Staunässe, also stehendes Wasser, vermieden. Bitte lege vorher aber noch eine Tonscherbe oder ähnliches über das Loch im Topfboden. Andernfalls könnte das Substrat rausrieseln.

Zwischen Dränschicht und normaler Pflanzerde legst Du nun ein Stück Filtervlies. So kann sich beim Gießen keine Erde in die Dränschicht spülen.

Beim Stecken der Zehen solltest Du darauf achten, das Oben und Unten der Zwiebel nicht zu vertauschen. Das stumpfe Ende der Zehe ist die Unterseite. Wenn Du die Zehen doch einmal falsch herum steckst, ist das kein Weltuntergang. Jedoch wachsen die Pflanzen bei richtiger Steckweise schneller.

Sobald Du alles in der richtigen Pflanztiefe mit Erde bedeckt hast, musst Du nur angießen..

Prinzipiell gilt beim späteren Gießen immer: Erst gießen, wenn die oberen 3-5 cm der Erde ausgetrocknet sind. Das kannst Du ganz einfach mit dem Finger überprüfen.

Weitere Tipps 

Im Prinzip ist Knoblauch sehr anspruchslos, jedoch sollte er nicht zu schattig stehen.

Was die Düngung angeht, reicht in der Regel der vorhandene Langzeitdünger in der Blumenerde (wenn Du gute Erde gekauft hast). Andernfalls kann im Frühjahr noch einmal mit handelsüblichem Dünger nachgedüngt werden. Hierbei solltest Du besser organische statt mineralischer Produkte bevorzugen.

Auf gute Nachbarschaft!

Hast Du vor, weitere Gemüsearten neben in unmittelbarer Nähe Deines Knoblauch zu pflanzen?

Dann achte bitte darauf, dass beide Sorten sich gut vertragen.
Ja, Du hast richtig gelesen: Unter Gemüsesorten gibt es gute und schlechte Nachbarschaften. Hierbei spricht man von der Allelopathie – die gegenseitige Wirkung von Pflanzen aufeinander.

Schlechte Nachbarn wären zum Beispiel Kohl und Erbsen. Gut miteinander können wiederum Erdbeeren oder Tomaten.

Erntezeit

Ein guter Indikator für den richtigen Erntezeitpunkt ist das Absterben der Blätter. Wenn das Grün zu mindestens einem Drittel braun geworden ist, kann in der Regel geerntet werden.

Zusammenfassung

  • Knoblauchzehen ca. 5 cm, Samen ca. 2 cm mit Erde bedecken
  • Staunässe vermeiden, daher im Winter seltener als im Sommer gießen
  • Standort nicht zu schattig
  • Ernte wenn oberes Drittel der Blätter abgestorben ist

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner eigenen Knoblauchproduktion.

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