Gartenmöbel richtig pflegen

Bei Gartenmöbeln aus Holz bedarf es regelmäßiger Pflege, damit das Material trotz Witterung, Sonne und Temperaturschwankungen in einem guten Zustand verbleibt. Wie Du Deine Gartenmöbel am besten pflegst und welche Pflegeprodukte sich dabei anbieten, möchten wir in diesem Artikel erläutern.

Muss jeder Holztyp gepflegt werden?

Die Antwort auf diese Frage ist ganz klar – ja. Sofern das Gartenmöbelstück nicht bereits vom Hersteller vorbehandelt wurde.

Es gibt Holz, welches weniger gut für den Außeneinsatz geeignet ist genauso wie Holz, das den Umweltfaktoren im Freien sehr gut Stand halten kann. Das bestimmt die so genannte Resistenzklasse.
Trotzdem ist es empfehlenswert, die Gartenmöbel in regelmäßigen Abständen zu pflegen.

Selbst, wenn Möbelstücke aus scheinbar dem gleichen Holz bestehen, so können sie in ihrer Beschaffenheit doch sehr unterschiedlich sein. So ist zum Beispiel Holz vom Eukalyptus-Baum in verschiedenen Resistenzklassen erhältlich.

Gerade bei Gartenmöbeln aus äußerst gutem Holz, wie zum Beispiel das Yellow Balau, wäre es schade, wenn das gute Stück mit der Zeit verwittert. Immerhin ist der Anschaffungspreis höher gewesen als zum Beispiel bei Möbeln günstigerem Holz.

Regen, Sonne und damit verbunden Temperaturschwankungen können die Fasern des Holz mit der Zeit ziemlich stark belasten und es ist wichtig, diesen Prozess möglichst hinauszuzögern. Klar, die Natur gewinnt immer, aber mit der richtigen Pflege kann ein zum Beispiel ein Gartentisch aus gutem Holz mehrere Jahrzehnte überdauern.

Wie oft sollte ich streichen?

Das kann man so pauschal nicht beantworten, weil es zu sehr von der Holzqualität abhängig ist und vor allem auch davon, ob der Gartentisch den Winter über im Innenbereich lagert oder weiterhin im Freien stehen bleibt.
Wie empfehlen, zumindest einmal im Jahr  zu streichen und das Mobiliar nach Möglichkeit im Winter drinnen zu lagern – vor allem bei Holz mit niedriger Resistenzklasse. Dann bietet es sich an, im Frühjahr zu streichen, wenn das Möbelstück wieder im Freien aufgestellt werden soll.

Eine wirkliche Richtlinie gibt es dabei aber nicht. Wenn Du feststellst, dass die obere Schicht des Holzes bereits leicht porös wird, ist es fast schon zu spät und allerhöchste Zeit, das Holz einer Kur zu unterziehen.

Die ordnungsgemäße Pflege der Gartenmöbel umfasst dabei folgende Schritte:

  • die Oberfläche grob reinigen
  • Splitter und Unebenheiten abschleifen
  • Holzreiniger auftragen und einwirken lassen
  • Oberfläche mit viel Wasser abspülen und trocknen lassen
  • Holzöl auftragen

Diesen Schritten werden wir uns jetzt in aller Ausführlichkeit widmen, damit nichts schief gehen kann. Doch zuerst solltest Du sicherstellen, dass Du sämtliche Sachen vorrätig hast, die für diese Schritte benötigt werden.

Was benötige ich zur Holzpflege?

Guter Holzreiniger
Das Bio-Holzpflegemittel von Frosch überzeugt uns.

Zuerst solltest Du sicherstellen, dass Du alles vorrätig hast, was für die Pflege deiner Gartenmöbel notwendig ist. Am besten, du kaufst einmal alles, was Du noch nicht besitzt und legst es zusammen ab.

  • ein paar Wischtücher (mindestens 3), die für Holz geeignet sind. und sich nicht an den kleinen Fugen des Holzes hängenbleiben oder zu sehr fusseln. Sehr gut geeignete Wischtüchter gibt es von Swiffer. Die sind zwar preislich etwas höher angesiedelt, sind aber wie gesagt optimal. Eigentlich sind die Tücher für den Boden gedacht, aber für Gartentische auch bestens geeignet.
  • Ein paar Scheiben Sandpapier, am besten in verschiedenen Stärken – vorzugsweise aber feines Sandpapier.
  • Einen guten Holzreiniger. Diesen gibt es bereits in guter Qualität für unter 5 Euro pro Flasche von Frosch.
  • Eine weiche Reinigungsbürste. Solche gibt es auch bereits recht günstig für 5 Euro, zum Beispiel die Bürste von Fackelmann.
  • Ganz wichtig ist Holzöl, das nach der Reinigung aufgetragen werden muss. Für knapp 20 Euro gibt es gutes Holzöl von OSMO.
  • Ein breiter Flächenstreicher bzw. Pinsel – einen passenden Pinsel findest Du hier.
  • Weiterhin einen genügend großen Eimer, der mit Wasser gefüllt werden muss. Da wir davon ausgehen, dass ein solcher in jedem Haushalt vorhanden ist und sich so ziemlich jeder Eimer eignet, sprechen wir hier mal keine Empfehlung aus.

Alles in allem kostet Dich die Anfassung also etwa 50 Euro. Da du bis auf die Wischtücher alle Sachen wiederverwenden kannst, ist der Preis in unseren Augen in Ordnung und die Anschaffung allemal wert.

Schritt 1: Oberfläche reinigen & schleifen

Im ersten Schritt sollte die Oberfläche des Möbelstücks abgeschliffen werden.
Sofern die Oberfläche zu dreckig dafür ist, sollte sie zuerst einmal mit einem Wischtuch und etwas Wasser grob gereinigt werden. Darauf solltest Du warten, bis die Oberfläche wieder getrocknet ist und das Schmirgelpapier zur Hand nehmen.

Nun gilt es, Unebenheiten und Splitter, die bei der späteren Reinigung störend sein würden, zu entfernen. Für besonders grobe Unebenheiten und größere Splitter empfiehlt es sich, gröberes Sandpapier zu verwenden, um im Nachgang noch einmal mit feinem Sandpapier das Holz besser zu ebnen.

Wir empfehlen, auch mal aus ungewöhnlichen Perspektiven – zum Beispiel von unten – auf das Möbelstück zu schauen, um Splitter und Unebenheiten zu finden, die sonst eventuell nicht auffallen würden.

Schritt 2: Holzreiniger auftragen

Jetzt, wo die Oberfläche sauber abgeschliffen und Dreck auf der oberen Schicht entfernt wurde, kann der Holzreiniger aufgetragen werden.
Nimm dazu ein  Wischtuch, was nicht fusselt, und trage gleichmäßig den Holzreiniger auf.  Das Möbelstück muss beim Auftragen nicht tropfen, aber Du solltest auch nicht zu sparsam sein und eine gute Schicht auftragen.

Lass den Reiniger darauf ein paar Minuten einwirken. Die genaue Einwirkzeit kann vom Holzreinigungsmittel abhängen und ist auf der Flasche vermerkt. Es schadet nicht, den Holzreiniger ein paar Minuten länger einwirken zu lassen als vom Hersteller vorgegeben.

Nachdem Du den Holzreininger ausreichend lange einwirken lassen hast, solltest Du die Oberfläche erneut reinigen und die Reste des Reinigers entfernen. Fülle dazu Eimer in den Wasser, nimm eine weiche Reinigungsbürste zur Hand und wische das Möbelstück sorgfältig ab. Spare nicht am Wasser, die Überbleibsel des Reinigers sollten vollständig abgespült werden.

Warte nun, bis die Oberfläche vollständig getrocknet ist, bis Du mit dem nächsten Schritt beginnst.

Schritt 3: Holzöl auftragen

Sobald die Oberfläche komplett getrocknet ist, kannst Du das Holzöl auftragen.

Gartenstuhl pflegen
Wir haben Spaß beim Auftragen des Holzöls auf unseren Gartenstuhl.

Um das Holzöl aufzutragen, empfiehlt sich als Werkzeug ein ausreichend breiter Flächenstreicher bzw. Pinsel. Das Öl sollte gleichmäßig verteilt werden und braucht einige Zeit zum einwirken. Im Durchschnitt beträgt die Einwirkzeit etwa 20 Minuten, das kann aber oft auch der Flasche entnommen werden.

Sobald das Holzöl entsprechend eingewirkt hat, sollte erneut ein fusselfreies Wischtuch zur Hand genommen werden, um das restliche Öl – das nicht in das Holz eingezogen ist – zu entfernen. Dieser Schritt ist besonders wichtig, da das Öl sonst trocknet und eine klebrige Schicht entsteht.

Hast Du diesen letzten Schritt erfolgreich gemeistert, musst Du dich noch etwas in Geduld üben:
Gib dem Gartenmöbelstück noch etwas Ruhe und Zeit, abzulüften. Erst nach 24 Stunden solltest Du es wieder benutzen.

Herzlichen Glückwunsch! Wenn Du alles richtig gemacht hast, hast Du ein tolles Mobiliar, das fast wie neu aussieht und im Gegensatz zu einer Neuanschaffung bares Geld gespart.

Fazit: Gartenmöbel pflegen

Es ist im Grunde genommen gar nicht so schwer, ein Gartenmöbelstück zu pflegen und passend zu behandeln. Alles was man dafür braucht, sind ein paar Utensilien im Gesamtwert von etwa 50 Euro und etwa 1-2 Stunden Zeit. Im Vergleich zu einem Neukauf also eine sehr gute Alternative.

Ein paar Sachen gibt es zu beachten, doch mit diesem Ratgeber sollte nichts mehr schiefgehen.

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