DIY: Vögel füttern

Amsel, Meise, Spatz und Specht…Rotkehlchen, Buchfink, Zaunkönig, Dompfaff….und noch viele andere kleine und größere gefiederte Garten- und Waldbewohner treten nicht wie so viele ihrer Artgenossen eine Reise in den warmen Süden an. Sie bleiben hier und trotzen dem mehr oder weniger strengen Winter. Sie erfreuen uns mit ihrem oftmals bunten Federkleid und ihrem lebhaften „Geflatter“ und Gezwitscher – auch an den ungemütlichsten Wintertagen.

Seit Jahren schon wird unter Fachleuten kontrovers diskutiert, ob und wie lange Wildvögel gefüttert werden sollen. Die einen vertreten die Meinung, dass sie gar nicht gefüttert werden müssen, anderer propagieren das Füttern über das ganze Jahr. Die meisten von uns sind wohl geneigt, zumindest im Winter ein Futterhaus aufzustellen und hier und da einen Meisenknödel in den Garten oder auf den Balkon zu hängen. Vielleicht auch, weil es so schön ist die gefiederten Tiere mal so ganz nah beobachten zu können. So halte ich es eigentlich auch. Zu Beginn des Winters kaufe ich für MeiseRotkehlchen und die anderen Gäste großzügig ein.

Im Handel gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Futtersorten: Vom einfachen Meisenknödel zu großen Säcken mit unterschiedlichen Saaten bis hin zu Nüssen und Trockenobst ist in jeder Preisstufe etwas zu bekommen. Mir fiel jedoch auf, dass sich die verschiedenen Vögel, die mich im Garten besuchten, immer nur bestimmte Körner oder Saaten herauspickten. Es blieb immer ein Rest verschmäht liegen. Jeden Winter das gleiche Spiel! Vielleicht bleibt auch bei Dir immer ein nicht unerheblicher Rest auf dem „Vogel-Teller“? Dann ist dieser DIY-Tipp zum Selbermachen von Vogelfutter möglicherweise ja auch etwas für Dich.

Zutaten

  • 500 bis 1000g Kokosfett, alternativ Butterschmalz oder Rindertalg
  • 1 TL Sonnenblumenöl
  • ungeschälte Sonnenblumenkerne
  • kernige Haferflocken
  • loses Fettfutter
  • Rosinen
  • geschälte ungewürzte Erdnüsse
Futtermischung
Futtermischung

Zubehör

  • Pappbecher
  • kleine gesäuberte Konservendosen (auf einer Seite ohne Deckel)
  • Keks-Ausstechformen
  • Paketband
  • Zahnstocher oder Schaschlik-Spieße aus Holz
  • evtl. dünne Äste
  • verschiedene Schüsseln
Zubehör für Futterglocken
Zubehör für Futterglocken

Vorbereitung

In den Boden der Pappbecher und der Konservendosen ein kleines Loch bohren (mit der Schere oder einem Nagel). Durch das Loch der Pappbecher das Paketband fädeln und mit einem Stück Holzspieß „verankern“. Durch das Loch der Konservendose ein längeres Ästchen schieben.

Außerdem: Die Keksförmchen bereit legen. Zum Unterlegen benutze ich ein Backblech, das ich mit Backpapier auslege.

Bei der Auswahl der Formen kannst Du gerne kreativ werden. Kleine Schachteln oder Plastikdosen eigenen sich genauso wie die alte Herz-Pralinendose. Die Formen sollten nur nicht zu klein sein, da sonst später das Herauslösen problematisch wird.

Keksförmchen
Keksförmchen

Zubereitung

Das Fett in einem Topf erhitzen, sodass es flüssig wird (ein bisschen wie Silvester beim Fondue). Damit das Futter im Winter nicht gefriert und bricht, wird nun der TL Sonnenblumenöl dazugegeben.
Ich habe mir vorher schon verschiedene Mischungen aus den Zutaten hergestellt. Das Fett aus dem Topf in hitzefeste Schüsseln geben und mit den verschiedenen Saaten, Nüssen und den Rosinen vermengen.

Futtermischung mit flüssigem Fett
Futtermischung mit flüssigem Fett

Da das Fett anfangs sehr flüssig ist und so aus den Förmchen herauslaufen kann, die vermischte Masse etwas erkalten lassen, so dass sie leicht fest ist. Jetzt kann das Befüllen der Behälter und Förmchen starten.

Tipp: Die Konservendosen mit den durchgesteckten Ästen in eine leere Flasche stellen. So lassen sie sich gut befüllen.

Nun muss nur noch ein bisschen gewartet werden. Ich habe meine „Futterstücke“ zum Auskühlen und Aushärten über Nacht rausgestellt. Wenn Du diese Möglichkeit nicht hast, nimm einfach einen anderen kühlen Ort.

Am nächsten Tag prüfe, ob die Masse schon hart geworden ist. Jetzt kannst Du vorsichtig das Futter aus den Förmchen drücken. Die Pappbecher und Konservendosen lasse ich befüllt und habe so Futterglocken, die ich in den Garten oder auf den Balkon hängen oder stellen kann.

Ich habe schlichte weiße Pappbecher verwendet, so konnte ich diese mit wasserfestem Stift später individuell gestalten. Du kannst auch vorsichtig durch die einzelnen kleinen Keksformen-Stücke mit einem dünnen erwärmten Nagel ein Loch schmelzen, dadurch ein Band ziehen, um dann Anhänger für Zweige zu fertigen.

Fazit

Nicht nur, dass ich genau herstellen kann, was „meine“ Vögel gerne essen – es macht auch wahnsinnig Spaß, an ungemütlichen Nachmittagen mit den Kindern in die Produktion zu gehen…denn die Weihnachtsbäckerei ist ja noch lange hin und die Tage werden dunkler und nasser, da muss mal eine Beschäftigung her. Zusätzlich vermeide ich die hochallergenen Ambrosia-Samen, die sonst häufig in den Fertigprodukten zu finden sind. Diese haben die Eigenschaft, durch ihre Pollen besonders starken Heuschnupfen hervorzurufen.

Also: es hat viele Vorteile in die Eigenproduktion zu gehen. Viel Spaß!

Ach, und „meine“ Amseln, die mögen wirklich gerne mal einen Apfel:

Äpfel für Amseln
Äpfel für Amseln
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