Rasenmäher mit Mulchfunktion Ratgeber

Manche Rasenmäher besitzen eine Mulchfunktion. Diese Rasenmäher werden auch Mulchmäher oder Recyclemäher genannt. Dafür ist der Mäher mit einem speziellen Schneidwerk versehen. Die rotierenden Klingen des Rasenmähers mit Mulchfunktion zerteilen den gemähten Rasen und dieser wird von dem Mäher gleich wieder auf der gemähten Fläche ausgebreitet. Auf diese Art kann der zerhäckselte Rasenschnitt wieder genutzt werden, um den Rasen zu düngen. Die Nährstoffe gehen wieder an die Erde unter dem Rasen zurück und der Kauf von Rasendünger wird gespart.

Rasenmäher mit Mulchfunktion können für Gebrauchs- oder Spielrasen und ebenso für Zierrasen eingesetzt werden. Das abgemähte Gras wird von dem Mäher in sehr kleine Teile gehäckselt und fällt auf dem Rasen kaum auf, sodass die Grasreste auch das Aussehen des Zierrasens nicht beeinträchtigen.

Rasenmäher mit Mulchfunktion können mit einem Benzinmotor, mit einem Elektromotor oder mit einem Akku betrieben werden. Genau wie bei einem herkömmlichen Rasenmäher eignet sich ein Rasenmäher mit Mulchfunktion für eine größere Fläche, während Mäher mit Mulchfunktion, die mit einem Elektromotor oder einem Akku betrieben werden, sich eignen, wenn der Rasen nicht so groß ist und das Wohngebiet dicht besiedelt ist.

Vorteile

  • Der Einsatz von künstlichem Dünger wird durch den Rasenmulch erheblich reduziert.
  • Der Boden und das Grundwasser werden nicht mit chemischen Stoffen belastet.
  • Der Rasenschnitt muss nicht entsorgt werden.
  • Mähen mit einem Rasenmäher mit Mulchfunktion ist umweltfreundlich und spart Geld.
  • Die Artenzusammensetzung der Rasenfläche wird gefördert.
  • Der Rasen muss nicht so oft gesprengt werden.
  • Der Zeitaufwand beim Mähen mit einem Rasenmäher mit Mulchfunktion ist geringer.
  • Die Nährstoffe aus dem Rasenschnitt werden langsam und kontinuierlich an den Rasen abgegeben.
  • Die Ansiedlung von Regenwürmern im Rasen wird begünstigt.

Nachteile

  • Der Mäher mit Mulchfunktion bringt nur gute Ergebnisse, wenn der Rasen trocken ist.
  • Der Rasen muss regelmäßig und häufiger gemäht werden.
  • Der Rasen darf beim Mäher mit Mulchfunktion nicht länger als 7 Zentimeter sein.
  • Durch den Rasenmulch kann sich auf dem Rasen eine Decke bilden.
  • Es besteht ein erhöhtes Risiko der Ansiedlung von Schnecken.

Detaillierte Funktionsweise eines Rasenmähers mit Mulchfunktion

Bei einem Rasenmäher mit Mulchfunktion wird der Rasen durch eine Schneideklinge, die speziell dafür geformt ist oder in einem zusätzlichen Schneidwerk klein gehäckselt. Im Innern des Mähers wird das Gras verwirbelt. Es wird nicht wie bei herkömmlichen Rasenmähern in einem Fangkorb gesammelt, sondern das klein gehäckselte Gras fällt als Mulch auf den Rasen zurück. Der Mulch verrottet auf dem Rasen und führt ihm auf diesem Weg wieder Nährstoffe zu. Der Boden wird dadurch weniger ausgelaugt und benötigt keinen künstlichen Dünger.

Landwirte nutzen das Mulchmähen schon seit längerer Zeit, da der Boden dadurch mehr Nährstoffe erhält. Die Universität in Wien-Esslingen, die sich mit der Kultur des Bodens beschäftigt, hat das Mulchmähen ebenfalls untersucht. In der Studie wurden zwei Rasenflächen von je 1000 Quadratmetern vier Jahre lang untersucht. Eine Rasenfläche wurde von einem herkömmlichen Rasenmäher gemäht und das Schnittgut wurde entsorgt. Die Fläche wurde anschließend mit Mineraldünger gedüngt. Die andere Fläche wurde mit einem Mulchmäher gemäht und mit dem Schnittgut gedüngt.

Das Ergebnis war ein dichterer Rasen und ein satteres Grün auf der gemulchten Rasenfläche. Die Experten führen das Rsultat darauf zurück, dass die Nährstoffe in dem Mulch genau dem Bedarf des Rasens entsprechen. Auch das Bodenleben was um 40 Prozent höher als auf dem anderen Rasen.

Wissenswertes

Nachfolgend werden einige wichtige Informationen gelistet, die für den Kauf eines Mulchmähers sehr wichtig sind.

Betriebsarten

Mulchmäher können mit Benzin, Elektrizität oder einem Akku betrieben werden. Nachstehend werden wichtige Details zu den einzelnen Rasenmähern gelistet:

Der Benzinrasenmäher

  • eignet sich gut für Rasenflächen ab 700 qm.
  • ist ziemlich laut im Betrieb.
  • benötigt eine regelmäßige Wartung. Der Ölstand muss kontrolliert, das Öl gewechselt, die Zundkerzen gereinigt und am Ende der Saison das Benzin abgelassen werden.

Der Elektrorasenmäher

  • benötigt keinen Kraftstoff zum Betrieb.
  • ist einfach zu bedienen.
  • benötigt keine besondere Wartung.
  • Im Vergleich zum Benzinrasenmäher ist er sehr geräuscharm, wenn er läuft.
  • wird zum Betrieb allerdings ein Stromanschluss benötigt.
  • ist für kleine Flächen geeignet, wobei die Kabelreichweite den Radius begrenzt.
  • Es besteht die Gefahr beim Mähen über das Kabel zu fahren.

Der Akkurasenmäher

  • benötigt weder Stromquelle noch Kraftstoff.
  • ist klein und wendig.
  • benötigt nicht viel Platz zur Aufbewahrung.
  • Der Akkurasenmäher ist relativ geräuscharm im Betrieb.
  • eignet sich für kleinere Flächen.
  • besitzt nur eine kleine Schnittbreite.
  • Der Akku benötigt regelmäßig Zeit zum Aufladen.

Startsystem:

Bei den Rasenmähern wird zwischen Modellen mit Seilzug- und Elektrostarter unterschieden. Mit dem Seilzug wird der Mäher gestartet, indem an dem Starterseil gezogen und so der Motor gestartet wird. Beim Elektrostarter wird der Mäher durch einen Druckschalter gestartet und ist somit sehr einfach.

Schnittbreite:

Wenn der Rasenmäher eine größere Schnittbreite hat, wird weniger Zeit zum Mähen des Rasens benötigt. Allerdings macht eine große Schnittbreite die Arbeit in engen und verwinkelten Stellen des Rasens schwierig. Die eigene Rasenfläche sollte daher vorher genau analysiert werden. Wenn sich auf dem Rasen viele Hecken und Bäume befinden, sollte der Mäher eine geringere Schnittbreite haben. Für eine große, freie Rasenfläche ist eine große Schnittbreite besser, da sie viel Zeit und viele Wege erspart.

Schnitthöhe:

Die meisten Rasenmäher haben eine Schnitthöhe zwischen 15 und 40 Millimeter. Es gibt jedoch auch Mäher mit größeren Schnitthöhen. Beim Mulchmäher sollte die Schnitthöhe in Stufen verstellt werden können. Wenn beim Mähen auch gemulcht werden soll, sollte ein sehr hoher Rasen in Etappen gemäht werden, damit er in mehreren Schnittgängen auf drei bis vier Zentimeter gemäht werden kann. Danach sollte der Rasen nie höher wachsen, sodass nie mehr als ein Drittel gekürzt wird.

Sicherheitseinrichtung:

Ein Rasenmäher sollte ein GS-Siegel besitzen, das anzeigt, dass er auf seine Sicherheit hin überprüft wurde. Elektromäher sollten einen FI-Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter) in der Anschlussleitung besitzen. Es sollte außerdem ein nicht feststellbarer Tastschalter und ein Sicherheitsschaltbügel vorhanden sein.

Geräuschentwicklung:

Die Rasenmäher haben einen Geräuschpegel zwischen 85 und 100 Dezibel. In einem dicht besiedelten Wohngebiet ergibt es Sinn, einen Mulchmäher mit einem geringen Geräuschpegel zu kaufen. Dabei sind Elektro- und Akkurasenmäher besonders geräuscharm. Benzin betriebene Mäher sind viel lauter.

Normalerweise darf an Arbeitstagen der Rasen zwischen 7 Uhr mogens und 7 Uhr abends in Wohngebieten ohne Einschränkung gemäht werden. Das kann für Geräte, deren Geräuschpegel unter 88 Dezibel liegt bis 10 Uhr abends ausgedehnt werden. Es ist jedoch empfehlenswert sich nach den kommunalen Richtlinien zu erkundigen, die von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sein können. Das Ordnungsamt ist dafür die Anlaufstelle.

Gewicht:

Mulchmäher bringen zwischen 10 und 51 Kilogramm auf die Waage. Leichte Modelle besitzen keine so gute Bodenlage und lassen sich dadurch auch nicht so gut geradeaus bewegen. Da bei den leichten Modellen bei der Herstellung viel Plastik verwendet wird, leidet auch ihre Stabilität darunter.

Umrüstung auf Mulchmähen

Bei vielen Herstellern werden Mulchkits zur Umrüstung eines normalen Rasenmähers zu einem Mulchmäher angeboten. Dabei wird der Grasfangsack mit einem Kunststoffverschluss verschlossen. Die Messer von normalen Rasenmähern sind gerade, während Mulchmesser gekröpft sind, damit das Gras im Innern des Mähers verwirbelt wird. Die Messer zur Umrüstung müssen vom Hersteller für das Gerät, das umgerüstet werden soll, als geeignet deklariert sein. Es sind auch Kombigeräte erhältlich, die über beide Funktionen verfügen.

Fazit

Da beim Mulchmähen der Rasenschnitt auf dem Rasen verteilt wird, dient er dazu, den Rasen zu düngen und daher ist das Mulchmähen besonders umweltfreundlich. Es wird kein künstlicher Dünger für den Rasen benötigt und der Rasen erhält trotzdem die notwendigen Nährstoffe. Auch die Entsorgung des Grünschnittes entfällt. Für größere Rasenflächen gibt es Mulchmäher mit Benzinmotor und für kleinere Rasenflächen Modelle mit Elektromotor oder Akkuantrieb.

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